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Konzepte zur Nachnutzung einer geschlossenen Kita

Konzept 1: „Kita & Gemeinschaftszentrum“

Kernidee:

Die ehemalige Kita wird zu einem „Mehrgenerationen-Gemeinschaftszentrum“ mit integrierter Kita umgestaltet. Der Fokus liegt auf der Verbindung von frühkindlicher Bildung mit generationsübergreifendem Austausch.

Nutzung:

  • 60% Kita-Bereich: Modernisierte Räume für eine neue Kita (z. B. mit Fokus auf Nachhaltigkeit oder Digitalisierung).
  • 20% Gemeinschaftsfläche: Offener Bereich mit Café, Bibliothek und Spielzone für Familien, Senior:innen und Nachbar:innen.
  • 20% Fachräume: Für Kurse (z. B. Sprachkurse, Handwerk, Elternbildung) oder therapeutische Angebote.

Nachhaltigkeit:

Nutzung bestehender Infrastruktur (z. B. Spielplatz, Garten) für Bildungsprojekte wie Urban Gardening. Energieeffiziente Sanierung mit Solarpanels und Regenwassernutzung. Finanzierung:

Öffentliche Förderung (z. B. EU, Land, Kommune) + Elternbeiträge + Spenden.

Konzept 2: „Kita & Innovationswerkstatt“

Kernidee:

Eine „Lernwerkstatt für Kinder und Kreative“ kombiniert mit einer Kita, die als Modellprojekt für zukunftsorientierte Pädagogik dient.

Nutzung:

  • 50% Kita-Bereich: Räume für eine Kita mit Schwerpunkt auf MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften) oder Kunst.
  • 30% Werkstattbereich: Offene Werkstätten (z. B. Holz-, Textil-, Digitalwerkstatt) für Projekte mit Schulen, Künstler:innen oder Handwerker:innen.
  • 20% Co-Working-Space: Für lokale Start-ups oder Eltern, die im Homeoffice arbeiten.

Besonderheit:

Kooperation mit Schulen, Handwerksbetrieben oder Hochschulen für praxisnahe Projekte (z. B. Robotik-Workshops). Flexible Räume, die je nach Bedarf umgenutzt werden können.

Finanzierung:

Projektförderung (z. B. Stiftungen, Stiftungen für Bildung) + Nutzungsgebühren für Werkstätten + Sponsoring durch lokale Unternehmen.

Konzept 3: „Kita & Kulturort“

Kernidee:

Die ehemalige Kita wird zu einem „Kulturellen Bildungszentrum“ mit Kita als Herzstück, das Kunst, Musik und Natur verbindet.

Nutzung:

  • 40% Kita-Bereich: Kita mit musischem oder naturpädagogischem Schwerpunkt (z. B. Musikraum, Außengelände mit Tierhaltung).
  • 30% Kulturfläche: Bühne, Atelier oder kleiner Konzertsaal für lokale Künstler:innen, Lesungen oder Theatergruppen.
  • 30% Begegnungszone: Café oder Garten für Veranstaltungen wie Flohmärkte, Konzerte oder Eltern-Kind-Treffen.

Besonderheit:

Integration von Kulturprojekten in den Kita-Alltag (z. B. Theaterworkshops, Naturkunst). Nutzung des Gebäudes als Veranstaltungsort für die Nachbarschaft.

Finanzierung:

Kulturförderung (z. B. kommunal, Landesmittel) + Eintrittsgelder für Veranstaltungen + Sponsoring durch lokale Kulturinitiativen.

Konzept 4: „Kita, Tagespflege & Jugendclub – Ein generationenverbindendes Zentrum“

Kernidee:

Die ehemalige Kita wird zu einem „Generationenhaus“ umgestaltet, in dem eine Kita, eine Tagespflege für Senior:innen und ein Jugendclub unter einem Dach zusammenarbeiten. Ziel ist es, sozialen Austausch, generationsübergreifende Projekte und flexible Betreuungsangebote zu schaffen.

Nutzungskonzept:

  • 40% Kita-Bereich: Schwerpunkt: Nachhaltigkeit, Naturpädagogik oder Inklusion. Gemeinsamer Garten/Spielplatz: Wird von Kindern, Senior:innen und Jugendlichen genutzt (z. B. für Urban Gardening oder Spielaktionen, Multifunktionsraum: Kann für gemeinsame Aktivitäten (z. B. Feste, Workshops) genutzt werden.
  • 30% Tagespflege für Senior:innen: Gemeinsame Angebote mit der Kita, Vorlesestunden, Musiknachmittage oder Bastelprojekte, an denen Kinder und Senior:innen teilnehmen, Spaziergänge im Garten oder Ausflüge in die Umgebung.
  • 20% Jugendclub: Gemeinsame Projekte mit der Kita (z. B. Theaterworkshops, Musikprojekte), Raum für Jugendliche, um Hausaufgaben zu machen oder sich zu treffen.
  • 10% Begegnungszone: Kleines Café oder Gemeinschaftsküche, das von allen Gruppen genutzt werden kann, Veranstaltungsraum für Feste, Vorträge oder Elternabende.

Besonderheiten:

  • Generationenübergreifende Projekte: Gemeinsame Aktivitäten wie Kochen, Musik machen oder Ausflüge stärken den Zusammenhalt. Senior:innen und Jugendliche können als „Paten“ für die Kinder fungieren (z. B. beim Vorlesen oder Spielen).
  • Flexible Raumnutzung: Räume können je nach Bedarf umgenutzt werden (z. B. der Multifunktionsraum für Yoga-Kurse für Eltern oder als Lernort für Jugendliche).
  • Sozialer Ausgleich: Jugendliche erhalten einen sinnvollen Ort zum Austoben und Lernen. Senior:innen bleiben aktiv und eingebunden. Kinder profitieren von einem breiten Angebot an Betreuung und Inspiration.
  • Finanzierung & Trägerschaft: Träger: Kooperation zwischen Kommune, Wohlfahrtsverbänden (z. B. Caritas, Diakonie) und freien Trägern der Jugendhilfe.

Finanzierung:

  • Öffentliche Mittel (z. B. für Kita und Tagespflege).
  • Fördergelder für Jugendarbeit (z. B. vom Landkreis oder Landesjugendamt).
  • Elternbeiträge (Kita), Nutzungsgebühren (Jugendclub) oder Spenden.
  • Mieteinnahmen durch externe Veranstaltungen (z. B. Konzerte, Flohmärkte).

Umsetzungsschritte:

  • Bedarfsanalyse: Abklärung, wie viele Plätze in der Kita, Tagespflege und im Jugendclub benötigt werden.
  • Raumplanung: Anpassung der Räume an die Bedürfnisse aller Gruppen (z. B. barrierefreie Zugänge, ruhige Zonen für Senior:innen).
  • Pädagogisches Konzept: Entwicklung eines gemeinsamen Leitbilds für die Zusammenarbeit der Gruppen.
  • Partnerschaften: Zusammenarbeit mit Schulen, Seniorenheimen oder lokalen Vereinen für gemeinsame Projekte.

Nächste Schritte:

  • Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen (z. B. Denkmalschutz, Bauvorschriften).
  • Beteiligung der lokalen Gemeinschaft (Bürger:innen, Eltern, Vereine) in einer Planungsgruppe.
  • Prüfung der Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten.

Nachnutzung einer Kita durch selbstständige Tagesmütter

Zielgruppe:

  • Ehemalige oder aktive Erzieher:innen der Kita
  • Eltern aus der Region, die eine flexible Kinderbetreuung suchen
  • Kommunale Träger oder private Initiativen, die die Kita weiter nutzen möchten

Ziele:

  • Sicherung der Kitanutzung: Vermeidung von Leerstand und Erhalt des Gebäudes.
  • Flexible Betreuungsangebote: Erweiterung des Betreuungsangebots durch Tagesmütter.
  • Selbstständigkeit für Erzieher:innen: Schaffung einer zusätzlichen Einnahmequelle.
  • Gemeinschaftsbildung: Stärkung des sozialen Miteinanders im Quartier.

1. Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen

A. Rechtsform und Genehmigung

Selbstständigkeit als Tagesmutter:
  • Anmeldung beim örtlichen Jugendamt als Tagespflegeperson (§ 43 SGB VIII).
  • Erfüllung der Mindestvoraussetzungen (z. B. pädagogische Qualifikation, räumliche Eignung, Zuverlässigkeit).
  • Genehmigung durch das Jugendamt nach Prüfung der Räumlichkeiten und des Betreuungskonzepts.
Nutzung des Kitagebäudes:
  • Mietvertrag oder Nutzungsvereinbarung mit dem Träger (z. B. Kommune, Verein, Kirche).
  • Klärung der Nutzungszeiten (z. B. nur vormittags oder nachmittags, um Konflikte mit der regulären Kitanutzung zu vermeiden).
  • Versicherungsschutz: Haftpflichtversicherung für die Tagesmütter und Unfallversicherung für die Kinder.
  • Brandschutz und Hygiene: Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben (z. B. DIN-Normen für Kinderbetreuungsräume).
B. Räumliche Aufteilung
  • Gemeinschaftsbereiche: Weiterhin von der Kita nutzbar (z. B. Flur, Küche, Sanitäranlagen).
  • Räumlichkeiten für Tagesmütter:
    • Separater Gruppenraum (z. B. für 5–8 Kinder).
    • Spiel- und Schlafbereich (falls ganztägige Betreuung angeboten wird).
    • Eingangsbereich mit Garderobe und Schließfächern für Tageskinder.
  • Flexible Möblierung: Tische, Stühle und Spielmaterial sollten anpassbar sein.

C. Betreuungskonzept

Angebot:
  • Flexible Betreuungszeiten (z. B. 7:00–14:00 Uhr oder 14:00–18:00 Uhr).
  • Altersgruppe: 0–3 Jahre oder 3–6 Jahre (je nach Bedarf).
  • Pädagogischer Ansatz: Orientierung am Bildungsplan des Landes (z. B. Reggio-Pädagogik, Montessori).
Integration in die Kita:
  • Tageskinder können an gemeinsamen Aktivitäten (z. B. Ausflüge, Feste) teilnehmen.
  • Nutzung der Außenanlage (Spielplatz, Garten).

2. Wirtschaftliche Aspekte

A. Kosten und Finanzierung

KostenpunktDetailsFinanzierungsmöglichkeit
Miete/NutzungsentgeltGgf. reduzierte Miete für Tagesmütter, da Leerstand vermieden wird.Kommunale Förderung, Träger der Kita
BetriebskostenStrom, Wasser, Heizung, ReinigungUmlegung auf Elternbeiträge
VersicherungenHaftpflicht, UnfallversicherungEigenanteil der Tagesmütter
Material und SpielzeugAnschaffung von altersgerechtem Spielzeug, Büchern, BastelmaterialElternbeiträge, Spenden, Fördergelder
FortbildungenPädagogische WeiterbildungenTräger, Jugendamt, Bildungsgutscheine

B. Einnahmen

Elternbeiträge:
  • Pauschalbetrag pro Kind (z. B. 8–12 €/Stunde, abhängig von der Betreuungszeit).
  • Sozialstaffelung: Ermäßigte Beiträge für Familien mit geringem Einkommen.
Fördermittel:
  • Landesförderung für Tagespflege (z. B. über das Jugendamt).
  • EU- oder Bundesmittel für soziale Projekte (z. B. über das Programm „Lokale Bündnisse für Familie“).
Zuschüsse für Räumlichkeiten:
  • Kommunale Zuschüsse für die Umnutzung von Leerständen.

C. Beispielrechnung (pro Tagesmutter)

PostenKosten (€/Monat)Einnahmen (€/Monat)
Miete (anteilig)200
Versicherungen50
Material100
Elternbeiträge (4 Kinder, 8h/Tag à 10 €/h)3.200
Gewinn2.850

Hinweis: Die Beispielrechnung ist vereinfacht und hängt von der individuellen Situation ab.

3. Umsetzungsschritte

Phase 1: Vorbereitung (0–3 Monate)

  • Träger und Erzieher:innen einbinden:
  • Gespräch mit dem Kitaträger (z. B. Kommune, Verein) über die Idee.
  • Interessierte Erzieher:innen identifizieren und informieren.
  • Jugendamt kontaktieren:
  • Klärung der Genehmigungsvoraussetzungen für Tagesmütter.
  • Prüfung der Räumlichkeiten (Brandschutz, Hygiene, Platzangebot).
  • Konzept finalisieren:
  • Betreuungsmodell, Öffnungszeiten, pädagogischer Ansatz festlegen.
  • Kosten- und Finanzierungsplan erstellen.

Phase 2: Genehmigung und Vorbereitung der Räume (3–6 Monate)

  • Genehmigung beim Jugendamt beantragen:
  • Einreichung der Unterlagen (z. B. Raumpläne, pädagogisches Konzept, Versicherungsnachweise).
  • Räumlichkeiten anpassen:
  • Möblierung, Spielmaterial, Sicherheitschecks (z. B. Steckdosensicherung).
  • Versicherungen abschließen:
  • Haftpflichtversicherung für die Tagesmütter und Unfallversicherung für die Kinder.

Phase 3: Start und Marketing (6–9 Monate)

  • Eltern informieren:
  • Flyer in der Kita, lokale Zeitungen, soziale Medien, Elternnetzwerke.
  • Info-Veranstaltung für interessierte Eltern.
  • Betreuungsplätze anbieten:
  • Aufnahme von Tageskindern (max. 5–8 pro Tagesmutter, je nach Landesrecht).
  • Evaluation:
  • Regelmäßige Feedbackgespräche mit Eltern und Tagesmüttern.
  • Anpassung des Konzepts bei Bedarf.

4. Herausforderungen und Lösungsansätze

HerausforderungLösungsansatz
Konflikte mit der regulären KitanutzungKlare Nutzungszeiten vereinbaren (z. B. Tagesmütter nur vormittags).
Finanzierung der RäumlichkeitenKommunale Förderung oder reduzierte Miete durch den Träger.
Akzeptanz bei ElternTransparente Kommunikation über das Angebot und die Vorteile (flexible Zeiten).
Rechtliche HürdenFrühzeitige Abstimmung mit dem Jugendamt und Anwalt für Sozialrecht.
Personalmangel bei Erzieher:innenAttraktive Konditionen bieten (z. B. feste Betreuungszeiten, Gemeinschaftsangebote).

5. Nachhaltigkeit und - soziale Wirkung

  • Sozial:
  • Flexible Betreuung für berufstätige Eltern.
  • Stärkung des Gemeinschaftsgefühls durch gemeinsame Aktivitäten.
  • Ökologisch:
  • Ressourcenschonung durch Weiternutzung der Kita.
  • Kurze Wege für Familien (kein zusätzlicher Verkehr).
  • Ökonomisch:
  • Sicherung von Arbeitsplätzen für Erzieher:innen.
  • Wertschöpfung im Quartier durch lokale Betreuungsangebote.

6. Beispielhafte Zeitplanung

ZeitraumMaßnahme
Monat 1–2Konzept erstellen, Träger und Erzieher:innen informieren.
Monat 3–4Jugendamt kontaktieren, Räumlichkeiten prüfen.
Monat 5–6Genehmigung beantragen, Versicherungen abschließen.
Monat 7–8Räume einrichten, Personal einarbeiten.
Monat 9Start der Betreuung, Marketing, Elternakquise.

7. Nächste Schritte

  • Gespräch mit dem Kitaträger führen, um die Idee vorzustellen.
  • Jugendamt kontaktieren, um die Genehmigungsvoraussetzungen zu klären.
  • Interessierte Erzieher:innen zusammenbringen und ein Team bilden.
  • Finanzierungsmöglichkeiten prüfen (z. B. Fördergelder, Elternbeiträge).